🇩🇪 Der Islam in Deutschland: Eine historische Perspektive
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Die Präsenz des Islams in Deutschland reicht viel weiter zurück, als viele annehmen. Auch wenn die große muslimische Migration erst im 20. Jahrhundert einsetzte, gibt es bereits seit dem 18. Jahrhundert Spuren islamischen Lebens auf deutschem Boden.
🕰️ 1. Frühe Kontakte und symbolische Präsenz (18.–19. Jahrhundert)
Die ersten dokumentierten Kontakte zwischen deutschen Fürstentümern und der islamischen Welt fanden im 18. Jahrhundert statt.
Ein Beispiel dafür ist der Empfang osmanischer Gesandter am Hof Friedrichs des Großen von Preußen. In dieser Zeit entstand auch ein kulturelles Interesse an islamischer Kunst und Literatur.
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1739: Erste osmanische Diplomaten am preußischen Hof
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1786: Übersetzung des Korans ins Deutsche (durch Salomon Schweigger bereits 1616, aber populär durch Rückert und andere im 18. Jh.)
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Orientalismus beeinflusst Philosophie, Architektur und Kunst der Aufklärung.
🕌 2. Die erste Moschee und der Islam im Militär (1900–1945)
Während des Ersten Weltkriegs wurde die erste Moschee auf deutschem Boden errichtet:
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Wünsdorf-Moschee bei Berlin (1915–1925) – errichtet für muslimische Kriegsgefangene aus britischen Kolonien.
Sie wurde ein Symbol für die religiöse Toleranz, aber auch ein Propagandainstrument des Kaiserreichs.
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Auch die Wehrmacht im Zweiten Weltkrieg integrierte muslimische Einheiten (z. B. bosnische Muslime in der Waffen-SS).
🚢 3. Die Gastarbeiter-Ära (1955–1973)
Die entscheidende Phase für den Islam in Deutschland begann mit den Anwerbeabkommen mit der Türkei (1961), später auch mit Marokko, Tunesien und weiteren Ländern.
Millionen von sogenannten "Gastarbeitern" kamen – viele blieben dauerhaft.
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Erste Gebetsräume in Fabrikhallen
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Entstehung von islamischen Vereinen (DITIB, IGMG, VIKZ usw.)
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Islam als praktizierte Religion im öffentlichen Raum
🕌 4. Institutionalisierung und Moscheebauten (1980–2000)
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Gründung vieler Moscheevereine in Großstädten
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Islamische Jugend-, Frauen- und Bildungsvereine
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Bau repräsentativer Moscheen: z. B. Zentralmoschee Köln (später 2017 eröffnet)
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Islam wird zur zweitgrößten Religion in Deutschland
📚 5. Islam heute in Deutschland (2000–heute)
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Ca. 5,5 Millionen Muslime in Deutschland (Stand 2023, Quelle: BAMF)
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Mehr als 2.800 Moscheen
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Islamische Theologie an Universitäten (Münster, Tübingen, Osnabrück…)
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Öffentliche Debatten über Integration, Religionsfreiheit, Islamunterricht
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Vielfältige muslimische Community: Türken, Araber, Bosniaken, Afghanen, Konvertiten
📌 Quellen & Literaturhinweise:
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Bundeszentrale für politische Bildung (bpb):
„Muslime in Deutschland“ – www.bpb.de
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Rohe, Mathias / Thielmann, Jörn (Hrsg.):
Islam in Deutschland – Eine Bestandsaufnahme, Herder Verlag, 2012
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BAMF – Bundesamt für Migration und Flüchtlinge
Berichte zu Islam und religiösen Gemeinschaften
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Zentrum für Islamische Theologie (ZIT):
Universitäten Münster, Tübingen, Erlangen
- DITIB & IGMG Webseiten & Publikationen